Defense Wins Championships

Wie die Warriors ihre Traumsaison aufs Spiel setzen.

Die Rekord-Warriors stehen mit dem Rücken zur Wand. Nachdem sie mit 73-9 einen neuen Saisonrekord aufgestellt hatten und Curry einstimmig zum MVP gewählt wurde, haben viele einen Durchmarsch bis zu den Finals erwartet. Jetzt stehen sie nach drei Niederlagen in vier Spielen gegen die Thunder vor dem Aus. Aber warum ist das so?

Das hat sicher viele Gründe, ein paar sind offensichtlich. Die ersten zwei hören auf die Namen Kevin und Russel. Die Oklahoma City Thunder haben zwei der besten zehn, vielleicht sogar der besten fünf Spieler der Liga in ihren Reihen. Das man die zwei Jungs nicht über eine ganze Serie hinweg zustellen kann, war klar. Ein weiteres Problem ist das Rebounding. Die Warriors spielen die meiste Zeit mit nur einem echten Big Man auf dem Feld. Je nachdem ist das Bogut, Ezeli, Varejao oder Speights. OKC hingegen hat die meiste Zeit drei Spieler auf dem Court, die größer sind als 208 Zentimeter. Adams, Ibaka, Kanter und Durant stellen nicht nur beim Rebound, sondern auch in der Defense ein Problem dar, dass die Warriors bislang nicht lösen konnten. Der Zug zum Korb ist selten von Erfolg gekrönt und so gilt sogar für Golden State, was für andere Basketball spielende Menschen schon immer galt: Wenn Du vom Dreier lebst, dann kannst Du auch durch ihn sterben.

Keine Defense in der Postseason

Das sind alles gute Gründe. Aber der wahre ist in meinen Augen ein psychologischer. Die Warriors haben 2016 Rekorde gebrochen wie Jesus Christus Brot beim Abendmahl. Gerne, oft und reichlich. Während es in der letzten Spielzeit aber noch die Kombination aus effizienter Offense und kratzbürstiger Defense war, die ihnen zum Erfolg verhalf, war es dieses Jahr hauptsächlich das spaßige Ende des Platzes, das die Siege einfuhr. Die meisten Punkte pro Spiel, die meisten Assists, die meisten Dreier, die meisten wissen jetzt schon worauf es hinausläuft: Offensiv war GS eine Liga für sich. In der Defensive lief es in der regulären Saison noch verhältnismäßig gut, in der Postseason sind sie allerdings allenfalls besserer Durchschnitt. Bei der gegnerischen Feldwurfquote Fünfter, bei der Dreierquote Neunter, bei den Punkten pro Ballbesitz Achter. Und das sieht man in der Serie gegen OKC.

Ich bin kein Freund davon, die Leistung einer Mannschaft auf einzelne Spieler herunterzubrechen. Aber nachdem Curry und Green in der regulären Saison nichts falsch machen konnten, kann man ruhig mal mit dem Finger drauf zeigen, wenn es nicht läuft. Und es läuft nicht.

Der Videobeweis

Jetzt magst Du denken, laut sagen oder sogar schimpfen: „Wieso?! Steph trifft doch alles. Die geilen Stepbacks fallen doch!“ Mag sein, aber lass mich Dir ein paar Dinge sagen. Erstmal: Hör auf zu schimpfen, verdammt! Zweitens haben seine Zahlen in den Playoffs an allen Ecken und Enden nachgelassen. Punkte, Quote, Steals, so ziemlich in jeder Hinsicht spielt er ein Level unter dem, das er in der regulären Saison gezeigt hat. Aber auf seine Offense will ich gar nicht zu sprechen kommen. Es ist die Defense, die nicht akzeptabel ist. Ich würde sogar sagen, dass er und Draymond defensiv im Moment die Schwachstelle der Warriors sind. Und es sieht so aus, als würden die Thunder das ganz ähnlich sehen. Hier eine kleine audiovisuelle Stütze für meine These.

 

 

Man hätte im Vorfeld vermuten können, dass Curry Probleme haben wird, Rüssel Westbruch im Eins gegen Eins vor sich zu halten. Da allerdings macht er gar keinen so schlechten Job. Viel mehr sind es halbherzige Rotationen, schlechte Pick&Roll-Defense und schlampiges Übernehmen beim Switch oder Switch back, die die offenen Räume für die Thunder verursachen. Ähnliches gilt für Draymond Green. Nicht die überlegene Körpergröße der Gegner macht ihm die Probleme. Es scheint eher, als wären die beiden Protagonisten der Warriors unkonzentriert, bisweilen sogar unmotiviert, vernünftige Defense zu spielen.

Ihre alles überrennende Offense rettet sie in dieser Serie nicht. Egal, wie dominant sie in der regulären Saison waren: Wenn sie den Hebel nicht umlegen und an beiden Enden des Courts Gas geben, anstatt sich nur auf die eigene Offensivleistung zu verlassen, dann wird die Saison der Warriors noch vor dem Juni vorbei sein. Die Tür ist aber noch nicht zu. Wenn sie anfangen zu verteidigen, können sie auch gegen die Thunder drei Spiele in Folge gewinnen. Dafür müssen sich aber vor allem die beiden Alpha-Tiere endlich zusammenreißen. Geschieht das nicht, wird OKC nach 2012 zum zweiten Mal in die Finals einziehen. Und ob es dann wieder gegen LeBron geht, ist tatsächlich auch alles andere als sicher. Man muss sie einfach lieben, diese NBA Playoffs 2016.

 

Titelbild: Von Keith Allison from Owings Mills, USA – Stephen Curry, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14413267

Be Like Steph

Warum Steph Curry Michael Jordan am nächsten kommt

Natürlich. Diese Sub-Überschrift schreit Click-Bait. So laut sie kann. Aber gebt mir fünf Minuten und ich werde dieser Aussage einen Sinn geben, die sie auf den ersten Blick vielleicht nicht hat.

NATÜRLICH werde ich Steph nicht in jederlei Hinsicht mit Michael Jeffrey Jordan auf eine Ebene stellen. Mike ist der GOAT und wird das auch aller Voraussicht nach immer bleiben. Außerdem will ich nicht eine überragende Saison mit einer ganzen Karriere vergleichen. Einige Parallelen sind aber dennoch offensichtlich und müssen ausgesprochen werden. Und ich möchte hiermit alle Basketball-Jünger da draußen, die His Airness in den 90ern haben Wunder vollbringen sehen, bitten, sich auf meine Gedankengänge einzulassen. Ich habe gute Argumente.

Zahlen lügen nicht

Der obligatorische Zahlen-Dschungel ist trist und hässlich. Deswegen werde ich nur ein paar Statistiken bemühen, um meiner Argumentation ein Fundament zu geben. Steph Curry war letztes Jahr der beste Basketballer der Welt. Dieses Jahr hat er seinen Output nochmal um 6,4 Punkte und 1,2 Rebounds gesteigert. Obwohl er etwa sechs Würfe pro Spiel mehr nimmt als in seiner MVP-Saison 2014/15, trifft er sowohl von draußen (46,8 Prozent) als auch aus dem Feld (51,5 Prozent) besser als im Vorjahr. Er hatte insgesamt 11 Spiele mit mindestens 40 Punkten in diesem Jahr, davon drei mit mindestens 50 Punkten, wobei er in allen drei Fällen nie mehr als 36 Minuten auf dem Feld stand. Seinen eigenen Rekord für getroffene Dreier in einer Saison hat er am Samstag gegen OKC gebrochen. Und wir haben noch nicht mal drei Viertel der Spielzeit hinter uns gebracht. Sein Player Efficiency Rating, eine Kennzahl um die Effizienz von Spielern zu bewerten, ist der höchste je gemessene Wert in der Geschichte der NBA. Sein Team steht aktuell bei 53 Siegen und lächerlichen fünf Niederlagen. Und über seine Würfe aus großer Distanz wurde ja ausgeblich berichtet.

Warum der Jordan-Vergleich?

Sicherlich sprechen die Zahlen alle für eine Wahnsinns-Saison. Nur macht eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer. MJ dominierte das Spiel über etwa eine Dekade. Kein Spieler mit einer Körpergröße diesseits der magischen 2-Meter-Marke hat das jemals vollbracht und das wird wohl auch so bleiben.

Trotzdem gibt es auch Abseits der tollen Statistiken drei Parallelen, die zwar von allen gesehen, aber von keinem ausgesprochen werden. Oder nur hinter vorgehaltener Hand.

Der Jordan-Swagger

Jeder, der ihn hat spielen sehen, weiß wovon ich spreche: Michael Jordan hatte eine ganz spezielle Aura. Selbst wenn Du keine Ahnung von Basketball hattest und die ganzen Spieler nicht kanntest, wusstest Du schon beim Aufwärmen instinktiv, dass dieser Typ mit der roten 23 auf dem Rücken ein besonders guter Spieler sein muss.

Steph hat nicht dieselbe Ausstrahlung wie Mike. Während Jordan sich gerade für die gegnerischen Fans immer wie eine Bedrohung angefühlt hat, kannst Du Curry irgendwie nicht übel nehmen, wenn er gerade dein Team auseinanderschraubt. Tausende Fans kommen schon eine Stunde vor dem Spiel in die Halle um zu sehen, wie ein immer gut gelaunter Steph Curry seine Dribbling Drills macht oder Würfe aus den Katakomben trifft.

Mit seiner Leichtigkeit und dem Spaß, den er bei der Demontage seiner Gegner hat, steckt er den Zuschauer an. Auch wenn Du an Basketball nichts findest und nie zuvor ein Spiel gesehen hast, merkst Du nach den ersten paar Minuten trotzdem, dass dieser Curry sich von den anderen Spielern unterscheidet. Diese Ausstrahlung hatte in dem Maß seit Jordan keiner mehr. Weder Kobe, noch LeBron.

Die Dominanz

Die dominantesten Spieler in der Geschichte der NBA waren eigentlich immer Big Men. Bill Russell, Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar, Shaquille O’Neal. Sie alle waren zu ihrer aktiven Zeit unaufhaltsame Naturgewalten. Ihre körperlichen Ausmaße gepaart mit den athletischen und spielerischen Fähigkeiten haben einfach keine adäquaten Gegner gefunden. So konnten sie Rekorde aufstellen, die wohl eine Ewigkeit halten werden. Russell hat mehr Meisterschaftsringe als Finger, Wilt hat 100 Punkte in einem Spiel gemacht. Dominante Center gehören zu der NBA.

Umso außergewöhnlicher ist es, wenn ein Spieler nicht allein durch seine körperlichen Ausmaße über Jahre hinweg eine prägende Figur in der Liga ist. Neben Jordan, der zweifellos mit großem Abstand diese Liste anführt, kann man vielleicht noch sieben Guards finden, die in dieser Liste auftauchen müssen. Oscar Robertson und Magic Johnson auf jeden Fall. Mit leichten Abstrichen auch Kobe, Jerry West, Isiah Thomas, Allen Iverson und vielleicht noch Steve Nash. Keiner von den genannten sieben Spielern hat es aber geschafft, individuelle Dominanz und Teamerfolg so miteinander zu vereinen wie MJ.

Stephen Curry ist NOCH kein Teil dieser prominenten Aufzählung. Wenn der derzeitige Erfolg aber konserviert werden kann, hat er die Möglichkeit, die meisten der genannten glorreichen Sieben zu überflügeln. Er hat schon jetzt mehr Ringe als Iverson und wird am Ende der Spielzeit seinen zweiten MVP in Folge bekommen. Das haben aus der Liste nur Magic, Nash und eben Michael Jordan geschafft.

Wie Steph Curry ein Spiel dominiert, siehst Du Dir am besten selbst an. Oder Du liest Dir nochmal den Teil mit den Statistiken durch. Ich empfehle ersteres.

Du weißt, dass er trifft

Spätestens dieser Punkt ist indiskutabel. Jetzt hab ich Dich!

Wenn das Spiel am Ende offen war und Jordan mit ablaufender Uhr den Ball in den Händen hielt, hat niemand gegen die Bulls gewettet. Du wusstest einfach, dass er das Spiel entscheiden wird. Er dribbelt, steigt hoch, lässt den Ball fliegen. Kein Zweifel, dass er treffen wird. Und gerade weil er ständig Deine unmenschlich hohen Erwartungen an ihn in den wichtigsten Phasen des Spiels oder sogar der Saison bestätigte, war er so einzigartig.

Steph Curry scheint ebenfalls seit zwei Jahren jeden wichtigen Wurf zu treffen. Und sei er noch so wild. Und nicht nur ich wusste, dass er den 10-Meter-Buzzerbeater in der Overtime gegen die Thunder trifft. Der Atemrhythmus von Mike Breen lässt vermuten, dass er eine Vorahnung hatte. Und für den doppelten Bang muss man rechtzeitig Luft holen.

Clutch zu sein, also in der spielentscheidenden Phase zu übernehmen und sein Team zum Sieg zu führen, ist die vielleicht wichtigste Charakteristika eines Star-Spielers. Viele Spieler strahlten seit MJ große Gefahr in der Crunchtime aus und entschieden Spiele im Alleingang für ihr Team. Tracy McGrady, Kobe und auch Dirk, um nur ein paar Namen zu nennen. Aber bei keinem dieser Spieler warst Du Dir immer absolut sicher, dass der Wurf das Netz findet. Nur Michael und Stephen haben bei mir je ein Gefühl ausgelöst, das aus einer Vorahnung Gewissheit gemacht hat. Nur wenige Dinge überraschen mich derzeit weniger, als ein weiterer Wahnsinns-Gamewinner von Chef Curry. Deshalb hat Mike Breen Samstag Abend auch so unruhig geatmet. Auch in seinem Kopf bestand nicht der Hauch eines Zweifels, dass Curry diesen, für jeden anderen Menschen nahezu unmöglichen, Wurf treffen würde. Das erste „Bang“ scheint sogar seiner Lippen schon zu verlassen, noch bevor der Ball wirklich die Mitte des Rings gefunden hatte.

Mindestens eine magische Saison

So oder so ist diese Saison etwas ganz Besonderes. Sowohl für Curry individuell, als auch für die Warriors als Team. Ob Stephen seine Form für mehrere Jahre konservieren kann wird darüber entscheiden, wie weit er den Basketball-Olymp hochklettern kann. Wenn Du aber kein Spiel der Warriors dieser Saison gesehen hast, dann MUSST Du es unter allen Umständen noch nachholen. Die 2015/16 Warriors sind definitiv eines der fünf besten Teams der NBA-Geschichte! Du wirst wahrscheinlich so schnell nicht wieder die Gelegenheit bekommen, eine so großartige Mannschaft spielen zu sehen.

 

Titelfoto: By Noah Salzman (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der ewige Schwarze Peter

Blatt fliegt und LeBron ist schuld?

 

Heute morgen musste ich noch vor dem ersten Kaffee lesen, wie ein Kollege von Sport1.de seinen Lesern die Entlassung von David Blatt erklärte. Journalisten offen zu kritisieren löst bei diesen meist einen Schutzreflex aus, der nicht zur Klärung des Problems beiträgt. Verständlich, geht es gemeinsam mit der Kredibilität doch auch um die Daseinsberechtigung als Schreiberling. Verzeihen Sie, Herr Weber, aber Sie lassen mir keine Wahl. Ihr Artikel spiegelt nicht die Realität, sondern lediglich Ihre Meinung zu der Person LeBron James wider.

Meinung vs Fakten

Schon in der Überschrift suggerieren Sie Ihren Lesern, wer Schuld ist an der riesigen Sauerei, die sich da in Cleveland abgespielt hat. Coach-Killer LeBron James allein ist also verantwortlich dafür, dass David Blatt nun arbeitslos ist. Dass es sich dabei nicht um einen unumstößlichen Fakt, sondern lediglich um Ihre Meinung handelt, schreiben Sie leider nicht. Dass LeBron tatsächlich für das Ende des Arbeitsverhältnisses zwischen den Cavs und Blatt verantwortlich ist, belegen Sie nur mit Scheinargumenten, die Sie konsequent zu James‘ Ungunsten auslegen.

Sie bemerken beispielsweise ganz richtig, dass James sich für Cleveland entschied, nachdem Blatt bereits unterschrieben hatte. Folglich sei Blatt nicht LeBrons Mann. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn Blatt war vom Management nicht eingeplant als Trainer eines potenziellen Meisters, sondern als Entwickler einer jungen Mannschaft. Vor LeBrons Unterschrift bestanden die Cavs aus talentierten Spielern, die Blatt weiterentwickeln sollte. Dann folgten Trades, Wiggins und Bennett verschwanden, gestandene Spieler wie Love und Smith kamen. Als Coach, der ein Team aus Stars (samt deren Egos) zur Meisterschaft führen sollte, war das in der NBA unbeschriebene Blatt schlicht nicht geeignet.

Natürlich hatte Blatt nicht die volle Rückendeckung seiner Spieler, die so dringend nötig gewesen wäre. Das ist aber zum größten Teil seine eigene Schuld. Nicht die von James.

Der Princeton-Irrtum

Sie sprechen die Princeton-Offense an, die nicht mit dem Spieler LeBron James vereinbar sei. Gemäß dieser Angriffsphilosophie wird das Spiel breit gemacht und Platz in der Zone gelassen. Lediglich ein Big Men steht auf dem High Post und fungiert als Passgeber für in die Zone schneidende Spieler. Der Fokus liegt auf Cuts und offenen Dreiern. Ist sie somit nicht wie geschaffen für die Fähigkeiten von LeBron, Kyrie und Kevin Love? Ich vermute, sie kennen die Spieler so gut wie ich und wissen um die Qualität im Abschluss am Brett der Erstgenannten sowie um die überdurchschnittlichen Passgeberqualitäten von Love. Außerdem ist der Kader gespickt mit Distanzschützen wie James Jones, JR Smith oder Mo Williams. Auch das kommt dem favorisierten Offensiv-System von Coach Blatt zugute.

Natürlich wollen LeBron und Kyrie gerne den Ball in der Hand haben, viele Isolations spielen und die Offensive dominieren. Aber ist es nicht der Job des Headcoaches zu sagen, was gemacht wird und was nicht? Und genau dort liegt der große Schwachpunkt Ihrer gesamten Argumentation. David Blatt war absolut unfähig, sich gegen die Egos seiner Spieler durchzusetzen. Das war der Grund dafür, dass er den Respekt aller Spieler verlor und letztlich auch der für seine Entlassung. Leider erwähnen Sie das in keinem Wort, wo es doch so offensichtlich ist.

Blatt verlor den Respekt seiner Spieler

Nehmen wir die Aussagen von Brendan Haywood, der letztes Jahr Back-Up Center in Cleveland war. In einem Interview mit dem Sirius XM NBA Today Kanal erläuterte er, wie Blatt nach und nach den Respekt des gesamten Teams einbüßte. Demnach habe er beispielsweise in Videoanalysen mit dem Team immer nur die Rollenspieler auf ihre Fehler hingewiesen, nie aber die Stars. „Coach Blatt war sehr zögerlich wenn es darum ging, LeBron zu korrigieren.“ erklärt der Center, der mit den Mavs 2011 Meister wurde. „Wir sagten ihm ‚Du korrigierst Matthew Dellavedova wenn er falsch steht. Du korrigierst Tristan Thompson wenn er falsch steht. Dann sehen wir einen Fastbreak und LeBron läuft nicht zurück in die Defense oder verpasst eine Rotation und du lässt den Film einfach weiterlaufen.‘ Wir als Spieler sehen das. Und das ist der Zeitpunkt, an dem ein Spieler den Respekt für seinen Coach verliert.“, so Haywood weiter. Wer war übrigens dann derjenige, der in solchen Momenten die Stars kritisierte und sie auf ihre Fehler aufmerksam machte? Richtig, der Tyronn Lue, den Sie als LeBrons Liebling darstellen. Des Weiteren berichten Spieler der Cavs davon, wie Blatt in Trainingsspielen immer Zugunsten seiner Stars pfiff, um sich deren Loyalität zu sichern.

Ein ausgiebiges Interview mit Brendan Haywood ist hier zu finden.

Hinzu kamen Coaching-Fehler, wie in Spiel 2 der Conference Finals gegen die Bulls. Bei Gleichstand und noch zu spielenden 8,4 Sekunden, versuchte Coach Blatt ein Timeout zu nehmen. Das Problem: Die Cavs hatten Ihre Auszeiten bereits aufgebraucht. Hätten die Schiedsrichter den Versuch Blatts wahrgenommen, sie hätten es als technisches Foul werten müssen. Das wäre aller Wahrscheinlichkeit nach einem Sieg der Bulls gleich gekommen. Wer übrigens zog Blatt damals vom Feld runter und rettete somit den Sieg der Cavs? Richtig, „LeBrons Favorit“ Ty Lue.

All diese gut dokumentierten Fakten erwähnen Sie mit keinem Wort. Warum nicht?

Gezielte Fehlinformation oder Unwissenheit?

Zuletzt führen Sie an, dass James‘ Agent Thompson einen Max-Deal verschafft hat. Dies tat er überraschenderweise aber nicht als der Agent von LeBron, sondern als Agent von Tristan Thompson. Damit ist es sein Job, das bestmögliche Ergebnis einer Vertragsverhandlung für seinen Klienten zu erzielen. Und zu schreiben, dass LeBron selbst nur einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, damit er „schon nach dieser Saison wieder mit Abschied drohen könnte – wenn die Dinge bei den Cavs nicht zu seiner Zufriedenheit laufen.“, ist eine Frechheit. Hier gibt es nämlich nur zwei Interpretationsmöglichkeiten: Entweder Sie haben keine Ahnung von der NBA, geben aber trotzdem auf der Seite von Sport1 Basketball als Ihren Schwerpunkt an und schreiben darüber. Oder Sie wissen natürlich, dass der Salary Cap in den nächsten Jahren dramatisch steigen wird und dass die Spieler der NBA bei Neuverhandlungen mit deutlich besseren Bezügen rechnen können, legen es aber bewusst zu Ungunsten von LeBron James aus. Beides, Herr Weber, ist absolut inakzeptabel.

David Blatt ist nicht länger Coach der Cleveland Cavaliers. Und auch, wenn das nicht Ihrer Meinung entspricht, ist die Schuld daran deutlich mehr bei Blatt selbst zu suchen, als beim allmächtigen König von Ohio.

Titelbild: By Erik Drost from United States (David Blatt) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Der Erfolg des Lieblingsfeindes

Die perfekte Saison

Die Bayern sind wie Money-Boy, Apple-Produkte oder Sushi. Entweder Du liebst sie oder Du kannst Sie auf den Tod nicht ausstehen. Ich gehöre zur zweitgenannten Gruppe.1 Das liegt allerdings weniger an dem Verein, als an mir. Ich habe den Hang dazu, übermäßig erfolgreiche Clubs nicht zu mögen und stattdessen den ewigen Underdog zu unterstützen. Meine Sympathie gehört nicht Bayern, Real und Manchester United, sondern Werder, Athletic Bilbao und Arsenal. Die seltenen Erfolge schmecken umso süßer.

Allerdings geht mit der bajuwarischen Dominanz der letzten Jahre eine komische Metamorphose einher. Nicht, dass ich anfange, die Bayern zu mögen. Es ist eher eine verwirrende Mischung aus Anerkennung, Resignation und einer ehrlichen, sportlichen Begeisterung für das, was sie zu Stande bringen.

Wir alle haben uns daran gewöhnt, dass der neue FC Bayern jedes Jahr etwa zehn Bundesliga-Rekorde bricht. Die meisten Punkte, Tore, Siege. Der schnellste Meister, die beste Verteidigung, der größte Vorsprung. Dieses Jahr, so fühlt es sich an, könnten sie aber den ultimativen Rekord aufstellen.

Der ultimative Rekord

Bowling hat es. Baseball hat es auch. Der Quarterback kann auch eins haben. Die Rede ist vom „perfect game“. Ein Spiel also, in dem keine Fehler begangen, keine Punkte liegen gelassen werden. Im Fußball ist es kein Begriff. Logisch, handelt es sich doch um ein Fehlerspiel, in dem dann gepunktet wird, wenn eine Offensive den Fehler einer Defensive ausnutzen kann.

Zumindest theoretisch möglich ist aber die perfekte Saison auch im modernen Fußball. Eine Spielzeit ohne Niederlage ist schon einigen europäischen Teams gelungen. Benfica (1972/73), Perugia (1978/79), Milan (1991/92) oder Arsenal (2003/04) konnten ein Jahr lang ihre Gegner vom Gewinnen abhalten. Aber auch sie mussten natürlich Punktverluste hinnehmen. Ohnehin scheint es äußerst unrealistisch, in 34 Partien in einer der stärksten Spielklassen der Welt stets als Sieger vom Platz zu gehen. Allerdings muss in den letzten Jahren mit neuen Maßstäben gerechnet werden.

Früher haben sich Fans aus ganz Deutschland auf die Bayern gefreut. Ihnen die Lederhosen auszuziehen hatte immer das Potenzial, auch eine mittelmäßige Saison lange in guter Erinnerung zu behalten. Das hat sich grundlegend geändert.

Eine Aussage von Sebastian Prödl aus der vergangenen Saison trifft den Nagel auf den Kopf. Er verglich ein Spiel bei den Bayern mit einem Zahnarztbesuch. Jeder muss einmal im Jahr hin und wenn man Pech hat, wird es sehr schmerzhaft. Früher schwang bei einem Pflichtspiel gegen München immer ein bisschen Sensation mit. Derzeit können die Kontrahenten bestenfalls einer Demütigung entgehen. Diese Dominanz ist bereits zur Selbstverständlichkeit geworden.

Gewaltsamer Rekordbruch

Im Jahr 2012 stellte Borussia Dortmund einen Bundesliga-Rekord auf. Sie waren das erste Team, dass in einer Saison mehr als 80 Punkte holen konnte. Der alte Rekord der legendären Bayern aus den frühen 70ern konnte um zwei Punkte überboten werden.2

In den beiden daruffolgenden Jahren haben die Bayern jeweils 90 und 91 Punkte gesammelt.

Nochmal.

Der BVB hat das erste Mal in 49 Jahren Bundesliga-Historie 80 Punkte in einer Spielzeit geholt. Eine Wahnsinns-Leistung! Seitdem sind drei weitere Saisons gespielt worden. Zwei Mal haben die Bayern diesen Rekord absolut zerstört! Von den 98 Bundesliga-Partien zwischen Sommer 2012 und dem Mai 2015 verloren die Münchener fünf, spielten elf Mal Unentschieden und gewannen 82 Mal. Und das mit Abstand schlimmste daran: Du bist weder überrascht, noch schockiert und nicht mal angemessen beeindruckt. Und zwar, weil Du Dich schon daran gewöhnt hast.

Was wir hier erleben ist historisch so einmalig, dass es schwer ist, es in ein angemessenes Wortgewand zu kleiden, ohne völlig überzogene Euphorie-Orgasmen in die Tastatur zu ejakulieren. Der FC Bayern München ist so viel besser als die Konkurrenz und alles was je dagewesen ist in der Bundesliga, dass einem die so lieb gewonnene Häme und Abneigung als überzeugter Bayern-Antipathisant im Hals stecken bleibt.

Und da diese selbsternannten Super-Bayern nicht nur Rekorde und meinen Willen brechen, möchte ich es hier schon Mal sicherheitshalber dokumentiert haben.

Die Bayern werden in der Spielzeit 2015/16 eine perfekte Saison spielen.

So. Ich hab es gesagt. Wenn es irgendjemand schaffen kann, dann dieses Team. Wir haben bereits miterlebt, dass auch die zweitbeste Mannschaft in diesem Jahr3 nicht ansatzweise mit ihnen mitspielen kann. Stoppen kann sich der FC Bayern also wie sooft wieder einmal nur selbst.

Vielleicht feiern sie ja nach zwei Dritteln der Saison die vorzeitige Meisterschaft und bauen dann ab. Nachdem ebendies aber im vergangenen Jahr passiert ist und der Druckabfall wettbewerbsübergreifend schlimme Folgen hatte, glaube ich nicht an eine Wiederholung der Ereignisse.

Bis zur Winterpause warten noch Schalke, Hertha und Gladbach. Mit Dortmund, Wolfsburg und Leverkusen wurden die anderen drei Top-Teams bereits mit einem Torverhältnis von 13:2 abgefertigt. Wenn zur Winterpause 51 Punkte unter dem Weihnachtsbaum liegen, wird allen Beteiligten klar sein, was dieses Jahr möglich ist. Und dann haben die Spieler auch ein Ziel, wenn der Meistertitel bereits in trockenen Tüchern ist.

Vergiss nicht, wo Du es zuerst gelesen hast.

Der FC Bayern München gewinnt jedes Spiel der Bundesliga-Saison 2015/16 und knackt als erstes und auf ewig einziges Team die 100-Punkte Marke.

 

Foto:By rayand (http://www.flickr.com/photos/rayand/7233018776) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

 

1Übrigens in Bezug auf die Bayern und Money-Boy. Und Apple-Produkte. Und Sushi.

2Selbstverständlich umgerechnet vom damals angewandten 2-Punkte System auf die heute greifende 3-Punkt-Regel.

3Borussia Dortmund schaffte es allerdings, beim Auswärtsspiel in der Allianz-Arena beim 1:5 ein Tor zu erzielen. Eines von bislang nur vier Gegentoren, die Neuer hinnehmen musste. Das ist, traurig aber wahr, schon ein Qualitätsmerkmal, dass sich die Erwähnung verdient hat. Soweit ist es schon gekommen…

Sleepers awake!

Die besten Tipps für Dein Fantasyteam!

Fantasy Basketball. Die beste Art und Weise seinen Freunden zu zeigen, was für ein talentierter GM in Dir schlummert. Und verdammt, bin ich ein fantastischer Manager. Letztes Jahr habe ich den Triumph nur um Haaresbreite verpasst. Aber dieses Jahr ist es soweit, Jungs! Wirklich!

Es gibt im Prinzip zwei Arten von Manager-Zocks da draußen im Interwebs. Entweder Du spielst die Budget-Variante, wo Du mit einem festen Startbetrag den bestmöglichen Kader zusammenstellen musst. Oder Du spielst die, in meinen Augen attraktivere, Draft-Variante, wo vor dem Saisonstart alle Manager vor dem Rechner kauern und nacheinander ihre Spieler verpflichten. Egal welchen Typ Du bevorzugst, die richtige Strategie ist immer gleich: Finde die richtige Mischung aus produktiven Stars und günstigen Sleepern. Das ist meist leichter gesagt als getan.

Da die Draft meiner Liga seit gestern Abend Geschichte ist, kann ich Euch nun mit gutem Gewissen in aller Öffentlichkeit an meinen Prophezeiungen teilhaben lassen. Gern geschehen.

Ich werde dabei nicht gesondert darauf eingehen, inwiefern der jeweilige Spieler für Deinen Ligatypus geeignet ist. Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt oder die Draft in Deiner Miniliga nicht tief genug ist, das musst Du schon selbst entscheiden. Außerdem werde ich nicht darauf hinweisen, dass man Anthony Davis verpflichten sollte, wenn es denn geht. Ich gebe Euch lediglich Hinweise darauf, welche weniger offensichtlichen Spieler Ihr auf der Liste haben solltet.

Die No-Brainer

Paul George

Kein Geheimnis, der Mann kann Basketball spielen. Aber viele zweifeln möglicherweise nach der langen Verletzungspause an seiner Produktivität. Zu Unrecht. Auch wenn es gruselig aussah, wie es PG13 damals das Bein zerlegte, so sind Knochenbrüche im Gegensatz zu Gelenkschäden bei Nicht-Centern meistens kein Langzeitproblem. Hinzu kommt, dass die Pacers in Zukunft schnell spielen wollen und es somit mehr Würfe gibt. Und nach dem Abgang von David West wird diese neben Monta Ellis vor allem Paul George bekommen. Wenn Du ihn verpflichten kannst, dann tu es! Du wirst es nicht bereuen.

Andrew Wiggins

Der Rookie der Saison 2014/15 wird dieses Jahr seinen Durchbruch feiern. Wie sagt man so schön? Markiere meine Worte. Er wird als designierte Zukunft der Timberwolves massig Spielzeit und Würfe bekommen. Und nachdem er in der vergangenen Saison schon mehrmals gezeigt hat, was er zu leisten im Stande ist, wird er dieses Jahr mit mehr Erfahrung noch konstanter und letztendlich auch besser werden. Sei nicht überrascht, wenn er am Ende des Jahres unter den besten zehn Scorern der Liga zu finden ist.

Rudy Gobert

Seine erste volle Saison als Starter wird ihn als das hervorbringen, was er eigentlich schon letztes Jahr war: Der beste Korb-Verteidiger der Liga. Er wird weit über 30 Minuten spielen und im Schnitt Zahlen im Bereich 13-13-3 auflegen. Je nachdem wie viel er kostet und ob Eure Konkurrenz ihn auf dem Zettel hat: Holt den Mann! Niemand wird ihn nach Ablauf der Saison aus seiner Liste der fünf besten Center der NBA rauslassen können.

Damian Lillard

In Portland ist niemand mehr da. 80 Prozent der Starting Five aus der letzten Saison spielen jetzt für ein anderes Team. Die illustren Namen derer, die diese Spieler ersetzen sollen? Mason Plumlee, Ed Davis, Noah Vonleh, Al-Farouq Aminu und Gerald Henderson. Dementsprechend wird Damian Lillard in der kommenden Saison in der Offense von Portland die erste Option sein. Und die zweite. Und die dritte auch.

Die Schläfer

CJ McCollum

Dieser Mann ist im Prinzip ein Klon von Damian Lillard. Genau wie sein Teamkollege hat er an einer kleinen Uni Wahnsinnszahlen aufgelegt, um dann von den Analysten zu hören, dass es ja eben nur eine kleine Uni war. Der Umstand, dass er nur ein Jahr nach ebenjenem Lillard von den Blazers gezogen wurde, hat damals einige gewundert. Fast folgerichtig gab es für McCollum in seinen ersten zwei Spielzeiten nicht viel Parkett zu sehen, bis sich zum Ende der letzten Spielzeit Wes Matthews verletzte. Das wird sich nach dem brutalen Aderlass in Portland nun nachhaltig ändern. Und die Preseason zeigt bereits, was der Mann zu leisten im Stande ist: 19,2 Punkte und 5,4 Assists in knapp 31 Minuten pro Spiel deuten an, was wir in der kommenden Spielzeit erwarten dürfen. Zumal mit Gerald Henderson der einzige ernsthafte Konkurrent um den Starterplatz neben Lillard derzeit noch verletzt ist.

Danilo Galinari

Auch Gallo hatte lange mit einer Verletzung zu kämpfen. Es scheint, als hätten alle im Lauf der Zeit vergessen, dass Danilo einer der besseren Flügelscorer der NBA ist. Und auch in Denver ist mit dem Abgang der beiden besten Punktesammler Ty Lawson und Arron Afflalo ein 30-Punkte-Loch entstanden, dass wieder geschlossen werden muss. Mudiay wird sicher aufgrund dessen eine ordentliche Rookie-Kampagne vor sich haben. Aber der Topscorer und Go-To-Guy der Goldklumpen wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Italiener sein.

Die 76ers

Wer ist der beste Spieler der Sixers in Bezug auf Fantasy Leagues? Das ist keine rhetorische Frage. Sag Du es mir. Im Zweifel können sich für Dich mehrere Spieler lohnen. Eins vorweg: Die Sixers werden wieder das schlechteste Team der Liga sein. Es ist eine Ansammlung von Talenten und No-Names, die langfristig einen Platz in dieser Liga einnehmen könnten. Oder eben auch nicht. Besonders hervorheben kann man Noel, Okafor und Covington. Noel und Covington waren neben dem derzeit noch verletzten Tony Wroten die wichtigsten Stützen des Teams im letzten Jahr und werden es auch in diesem wieder sein. Okafor ist ein Lowpostviech, dass sehr gute Chancen auf den Rookie of the Year Titel hat. Wenn einer von ihnen für wenig Geld oder in einer späten Draft Runde zu haben ist, solltet ihr einen ernsthaften Blick riskieren.

Jarrett Jack

Zwar hat Jack seine besten Jahre bereits hinter sich, allerdings war er noch nie in einem Team, das ihn so dringend braucht, wie die Nets dieses Jahr. Die Konkurrenten um Spielzeit heißen Donald Sloan, Shane Larkin und Ryan Boatright. Und da der Besitzer nichts von Rebuilds hält, wird Jack der unumstrittene Starter auf der Eins sein. Besonders in Budget-Ligen wird er weit unter Wert zu bekommen sein.

David Lee

Dieser Tipp ist mit Vorsicht zu genießen. Lee ist Double-Double-Maschine und Fantasy-Darling in Personalunion und ich bin sicher, dass er das auch in Boston zeigen wird. Das Problem an der Sache ist nur, dass die Kelten neben ihm auch noch Jared Sullinger, Kelly Olynyk, Tyler Zeller, Amir Johnson, Jonas Jerebko und Perry Jones auf der Gehaltsliste haben. Diese sieben Spieler kämpfen um die insgesamt 96 Minuten, die auf Center und Power Forward zu verteilen sind. Und Lee kommt wohl nur für die kleineren 48 davon in Frage. Wird er seine Leistung im Gegensatz zum Vorjahr steigern? Auf jeden Fall. Wird er wieder der 20-10 Spieler sein, der er einst war? Wohl eher nicht. So oder so solltest Du ihn aber auf dem Schirm haben!

Honorable Mentions

Roy Hibbert, Robin Lopez, Emmanuel Mudiay, Otto Porter Jr, Mo Williams, Bojan Bogdanovic, Zaza Pachulia, Stanley Johnson, Ersan Ilyasova, Myles Turner, Aaron Gordon und die zwei besten Spieler des Blazers Frontcourts.

Foto: By joshuak8 (Flickr: NBA: Indiana Pacers at Charlotte Bobcats) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

King-Klüngel

Gut, dass die Kings Franchise nicht nach Seattle gezogen ist. Ich wäre wahnsinnig geworden. Aber fangen wir vorne an.

Die Draft. Sechzig junge Männer schütteln die Hand vom Commissioner und lächeln in die Kamera. Fans der NBA kennen jetzt die Namen der Spieler, die nächstes Jahr das Trikot ihres Teams tragen…aber mehr auch nicht. Und auch wenn man die Spieler in der NCAA beobachtet hat, ist es immer wieder sehr schwer zu prophezeien, ob sie sich in der stärksten Liga der Welt durchsetzen können. Natürlich kann man spekulieren. Kann man aber auch lassen. Trotzdem hat die Draft eine seit Tagen wabernde Geschichte ein weiteres Mal angeheizt. Geht Boogie nach LA? Oder Denver? Oder bleibt er und George Karl geht? Die Chronologie eines Machtkampfes.

Retter und Zerstörer

Der indische Geschäftsmann Vivek Ranadivé hatte viele Ideen seitdem er der Besitzer der Sacramento Kings geworden ist. Manche waren prinzipiell gut, wie die Idee, fähige Fans in den Scoutingprozess mit einzubeziehen. Die mit Abstand meisten Ideen waren allerdings katastrophal. Einmal schlug er vor, nur mit vier Leuten zu verteidigen und einen Spieler für Fastbreaks unter dem gegnerischen Korb zu platzieren. Schließlich hat das beim Team seines Kindes auch schon super funktioniert. Nein ernsthaft. Das war sein Argument. Zweimal in Folge in der Lottery einen Shooting Guard zu ziehen war auch seine Idee. Die Art und Weise, wie er wichtige Entscheidungsträger verpflichtet und dann wieder feuert, wenn ihre Arbeit nicht seinen Vorstellungen entspricht, ist ebenfalls mindestens fragwürdig.

Aber die nun entstandene Situation um den scheinbar unheilbar kopfkranken Cousins, den jetzt schon genervten Coach Karl und den unverbesserlichen Besitzer Ranadivé scheint ein richtungsweisender Kampf zu sein. Wer wird in Zukunft in der Hauptstadt Kaliforniens die lila-schwarze Hose anhaben?

Die Causa Cousins

Das Hin und Her um Boogie Cousins ist genug breitgetreten worden in den letzten Wochen. Kurz: Boogie scheint es wurscht zu sein, wer ihn bezahlt und in welcher Stadt er der Geilste ist. George Karl will ihn aufgrund seines Verhaltens nicht haben, die Kings Offiziellen können sich aber (noch) nicht von ihm trennen. Vor allem Ranadivé hat eine seltsame Form von man crush für Boogie entwickelt.

In den Tagen vor der Draft kursierte stets das Gerücht, die Lakers würden sich um DeMarcus bemühen. Diskutiert wurde ein Deal um Cousins und den Vertrag von Carl Landry im Tausch für Pick Nummer Zwei, Jordan Clarkson und Julius Randle. Die Lakers wollten Berichten zufolge diese drei Bausteine aber nicht aus dem Puzzle nehmen um Cousins zu bekommen. Stellt sich die Frage, was die Gang um Kupchak und Buss sonst vor Augen hatte. Für Booz, Lin und Swaggy P nimmt in Sac-Town keiner den Hörer von der Gabel.

Was diesen Trade trotzdem wahrscheinlich macht? Die Draft. Denn die Lakers zogen an Zwei einen Aufbau (Russel) und die Kings an Sechs einen Center (Cauley-Stein). Beides Positionen, auf denen die jeweiligen Teams mit ebenjenen Cousins und Clarkson eigentlich schon gut besetzt sind.

Wenn es nach Karl ginge

Ähnliches gilt für die Denver Nuggets. Die einzige Position, die vor der Draft als gut besetzt galt, war die von Aufbau Ty Lawson. Trotzdem zogen die Klumpen mit Emmanuel Mudiay einen Point Guard. Lawson, einer der Lieblingsschüler von George Karl in seiner Zeit in den Rockys, weiß scheinbar selbst schon wo die Reise hingeht. Ein Deal um Cousins und Lawson scheint also nicht unwahrscheinlich. Vor allem auch deshalb, weil die Nuggets deutlich mehr interessantes Spielermaterial zu bieten haben als die Lakers.

George Karl hat in Interviews des Öfteren klar gemacht, worum es ihm beim Wiederaufbau der Kings geht. Dabei hat er nie geäußert, Cousins loswerden zu wollen. Warum auch? Boogie ist individuell der beste Center der Liga. Auf die Frage, ob er nun Cousins traden wolle oder nicht, antwortete er zwar unkonkret aber dennoch vielsagend: „My interest right now is commitment, trust and building a team that’s excited about being in Sacramento, excited and committed to being a good basketball team and representing the city of Sacramento.“ Eine Beschreibung, die auf Cousins eben mal so gar nicht zuzutreffen scheint.

Doch Karl ist schon so gut Vivek

Ob Cousins bleibt oder geht hängt in erster Linie davon ab, wer den internen Machtkampf in Sacramento gewinnt. Der ahnungslose Besitzer oder die Combo Coach Karl und Vlade Divac. Wenn Ranadivé sich durchsetzt, wird Karl wohl nicht in die neue Saison als Trainer der Könige starten. Denn wenn die sportlichen Entscheidungen von einem indischen Millionär und nicht von Sachverständigen getroffen werden, ist das keine Situation, in der ein renommierter Coach wie George Karl lange bleiben wird. Immerhin: Zumindest bei der diesjährigen Entscheidung in der Draft schien der Cousins-Fan #1 offensichtlich kein Mitspracherecht gehabt zu haben. Sonst hätten die Kings sicher einen Shooting Guard und keinen Center gezogen.

Als Außenstehender kann man die Anhänger der Kings nur bedauern. Erst kämpfen sie so hart darum, ihr Team behalten zu dürfen und dann bekommen sie einen Besitzer, der im Alleingang dafür sorgen wird, dass die Franchise auf Jahre bedeutungslos bleibt. Fest steht: Solange Ranadivé sich in sportliche Entscheidungen einmischt, ist Cousins in Sacramento der Chef und ein Trainer mit eigener Meinung nicht erwünscht. Wenn Ranadivé endlich einen Schritt zurücktritt und seine Angestellten in Ruhe arbeiten lässt, dann darf sich bald wohl eine andere Fanbase über Boogie freuen/ärgern. Wäre sicher interessant zu sehen was passiert, wenn zwei Egos wie die von Cousins und Kobe zusammenprallen. Könnte die nächste Tradekatastrophe nach dem Dwight-Dilemma in LA werden.

Wer glaubt, die Zukunft der Kings kann nur besser werden, der muss hoffen, dass Vivek zukünftig öfter mal die Füße still hält. Ansonsten haben die Fans in Sacramento noch einiges vor sich.

 

Titelbild: By U.S. Air Force photo by Senior Airman Daniel Hughes [Public domain], via Wikimedia Commons

Kampfeslust

Warum Du Mayweather vs Pacquiao gucken musst

Das Interesse am Boxsport in Deutschland ist traditionell an die Protagonisten geknüpft. Auf dem Zenit von Maske, Ottke oder Rocchigiani ließ sich der geneigte Sportzuschauer immer wieder für deren Kämpfe begeistern. Wenn ein Klitschko in den Ring steigt, ist die öffentliche Wahrnehmung auch gewiss.

Wenn aber das hiesige Publikum keinen Bezug zu den Boxern hat, ist das Interesse gering bis gar nicht vorhanden. Auf der einen Seite nachvollziehbar, ist es doch gerade beim Boxen wichtig parteiisch zu sein. Wenn mir egal ist, wer gewinnt, verliert der Sport als Zuschauer schon etwas an Reiz. Auf der anderen Seite wird so recht deutlich, dass die Sportart Boxen als Solche hierzulande nicht (mehr) besonders populär ist.

Am 2. Mai findet der Kampf statt, der die Fachleute seit Wochen zu diversen Superlativen zwingt. Der Kampf des Jahrhunderts. Der Kampf, der die Sportart retten soll. Die Kontrahenten werden hochstilisiert und dienen den Berichterstattern als Projektionsfläche für diverse Klischees und Überzeichnungen. Denn hier geht es nicht um Pacquiao gegen Mayweather. Ging es nie. Das hier ist der Kampf von Gut gegen Böse. Der sympathische Außenseiter gegen den arroganten Titelverteidiger. Der ganze Stolz eines kleinen Landes gegen den Dominator aus den Vereinigten Staaten.

Natürlich kann man sich mit den Kämpfern auseinandersetzen, einen Favoriten wählen und mitfiebern. Aber dieser Kampf um den Weltmeistertitel im Weltergewicht hat das Potenzial, auch aus rein sportlichen Gesichtspunkten ein Spektakel zu liefern, das kaum abwechslungsreicher und spannender sein könnte.

Was können die Kontrahenten?

Auf der einen Seite steht Floyd „Money“ Mayweather Junior. Den kapitalen Spitznamen hat er sich selbst verliehen, nachdem ihm der alte „Pretty Boy Floyd“ nicht mehr gefiel. Er ist der ungeschlagene Champion und konnte schon in fünf verschiedenen Gewichtsklassen die Weltmeisterschaft feiern. Floyd ist der am besten bezahlte Sportler der Welt mit einem Jahressalär von etwa 78 Millionen Euro für 2014.

Er hat einen defensiven und taktisch geprägten Kampfstil. Gute Beinarbeit und schnelle Konter halfen ihm in seiner Karriere dabei, in seinen Kämpfen wenig einstecken und viel austeilen zu können. Das führt zwar zum einen zu weniger Vorentscheidungen durch K.O. (26 von 47 Siegen), zum anderen aber eben auch zu einem Vorteil bei den Punktrichtern. Vor allem in den letzten Jahren muss der mittlerweile 38-Jährige immer wieder über die volle Distanz gehen. Nur zwei der letzten zwölf Kämpfe konnte er vor dem Ende der letzten Runde gewinnen. Money gilt als intelligenter Boxer, der sich im Lauf eines Kampfes sehr gut auf seinen Kontrahenten einstellen kann. Außerdem ist er sehr genau und effektiv: 46 Prozent seiner Schläge treffen den Gegner, während diese nur 16 Prozent der Schläge an den Mann bringen können.

Manny „Pacman“ Pacquiao ist das komplette Gegenteil von Mayweather. Der Rechstausleger macht in jedem Kampf den Angriff zu seiner Verteidigungsstrategie. Er liebt den offenen Schlagabtausch und sucht stets das vorzeitige Ende, wobei auch bei ihm diese Tendenz mit zunehmendem Alter verloren gegangen ist. Berühmt gemacht haben ihn seine schnellen Kombinationen, in denen er manchmal zehn Schläge hintereinander ausführt, ohne dass sein Gegner sich aus der Situation befreien kann.

Pacquiao ist der erste und einzige Boxer, der sich als „Octuple Champion“ bezeichnen kann. Das bedeutet: Er hat in sage und schreibe acht verschiedenen Gewichtsklassen vom Fliegengewicht (50,8 kg) bis zum Super Weltergewicht (69,85 kg) mindestens einen Weltmeistertitel gewonnen. Wenn man die Amateur und Profikarriere zusammennimmt, hat der Filipino 123 Kämpfe bestritten und davon nur neun verloren. Er ist in seiner Heimat bereits jetzt und völlig unabhängig vom Ausgang dieses Kampfes eine absolute Legende.

Was macht den Kampf so besonders?

Das Aufeinandertreffen der Beiden ist also, allein aus historischen und sportlichen Gesichtspunkten, auch für die interessant, die keine Die-Hard-Boxfans sind. Wenn Du aber trotzdem den einen lieben und den anderen hassen willst, um das volle Ausmaß an Box-Entertainment zu bekommen, hier ein paar Funfacts zum Kampf und den Hauptdarstellern für Deine Meinungsbildung:

  • Der Kampf war oft geplant, kam aber nicht zu Stande. Warum war nie ganz klar. Das eine Lager sagte „Mayweather hat Angst“, das andere behauptete „Pacquiao will keine Dopingtests machen“. Es scheint als hätten beide ein bisschen Recht. Floyd ist gerne in seinen Kämpfen der klare Favorit und der Coach von Manny bestätigte kürzlich, dass sein Schützling schlimme Angst vor Nadeln hat. Jeder mag hier interpretieren wie und zu wessen Gunsten er will.
  • Dies ist, mit großem Abstand, der lukrativste Boxkampf aller Zeiten. Mayweather kann, abhängig von weltweiten Einschaltquoten, bis zu 150 Millionen Euro verdienen, Pacquiao bis zu 100 Millionen. Die Tickets im MGM Grand kosten zwischen 1.000 und 10.000 Dollar, Fernsehzuschauer müssen unverschämte 89 bis 99 Dollar in den USA und zwischen 20 und 30 Euro in Deutschland zahlen (pay-per-view).
  • Beide werden von ihren Fürsprechern als der Beste aller Zeiten gehandelt. Mannys Promoter Bob Arum behauptet das zumindest von ihm – und Arum war seinerzeit auch für Muhammad Ali und Sugar Ray Leonard verantwortlich. Für Mayweather als besten aller Zeiten sprechen seine Fans, die ihn TBE (the best ever) nennen, sein Kampfrekord und nicht zuletzt er selbst.

 

By http://www.flickr.com/photos/roger_alcantara/ [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
By http://www.flickr.com/photos/roger_alcantara/ [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
 Manny

…ist seit Mai 2010 Abgeordneter im philipinischen Repräsentantenhaus.

…ist in seiner Heimat auch als Basketballtrainer und -spieler, Schauspieler und Sänger tätig. Seine Konzerte legt er auch gerne mal auf die Abende nach seinen Kämpfen. Ernsthaft. Er schlägt Menschen ins Gesicht und singt danach „La Bamba“.

…verdiente vor der Boxkarriere sein Geld damit, Leute am Poolbillardtisch erst in eine Wette zu locken, um ihnen dann keine Chance zu lassen.

 

 

By Mshake3 (Own work (Taken by myself)) [GFDL or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons
By Mshake3 (Own work (Taken by myself)) [GFDL or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons
Money

…besitzt ein Modelabel, eine Uhrenkollektion im Wert von 6,4 Millionen Dollar, schließt Sportwetten mit Einsätzen von über eine Million Dollar ab und hat einen Fuhrpark im Wert von mehr als 50 Millionen Euro. Das schließt neben den zwei bis drei dutzend Autos auch einen Privatjet mit ein. Und Du hast dich gefragt woher der Spitzname kommt.

…kommt aus einer Boxerfamilie. Sein Vater und zwei seiner Onkels waren professionelle Boxer. Sein Onkel Roger, der heute sein Trainer ist, war sogar selbst Weltmeister.

…hat nach eigener Aussage folgende Vorbilder: Bill Gates, Steve Wynn, Carlos Slim, Mark Cuban und Warren Buffet.

 

Wenn das alles nicht gereicht hat, um Dich auf den Kampf einzustimmen, hilft Dir vielleicht diese Dokumentation des amerikanischen Senders HBO, der die Geschichte der beiden Boxer und dieses Events sehr schön darstellt.

 

Titelbild von: By ian mcwilliams [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Das Playoff-Schneckenrennen

Wer darf im Osten in der ersten Runde raus fliegen?

Eigentlich ist die Frage, wer im historisch schwachen Osten in die Playoffs kommt, weitgehend unerheblich. Darüber zu spekulieren, welches Team in Runde eins gegen die Cavs, Bulls oder Raptors raus fliegen darf, erscheint müßig. Aber auch der Müßiggang will bewandert werden. Außerdem sind nicht alle Teams so chancenlos, wie es scheint. Und die Ausgangslage in der Eastern Conference könnte kaum spannender sein. Also zieht die Slippers an, legt Euch den Morgenmantel über die Schultern: Wir gehen zur Schneckenrennbahn!

Die Kandidaten

Sechs Teams streiten sich, mehr oder weniger vehement, um die letzten drei vakanten Playoffplätze. Die Bucks, Nets, Celtics, Pacers, Heat und Hornets haben alle realistische Chancen, ihre Saison auch nach dem 15. April noch weiterführen zu dürfen.

Welcher der Kandidaten es am Ende tatsächlich schafft, ist natürlich von mehreren Faktoren abhängig. Wie schwierig ist das Restprogramm? Sind alle wichtigen Spieler gesund? Welchen Eindruck macht das Team auf den letzten Metern? Die Antwort: Sehr, nein, einen guten. Für mehr Detailtiefe empfiehlt sich die Lektüre der folgenden Absätze.

Milwaukee Bucks (38-39)

Die Ausgangssituation ist günstig für die Hirsche aus Wisconsin. Die noch ausstehenden fünf Spiele und der Vorsprung von vier Siegen vor den derzeit neuntplatzierten Pacers und Heat argumentieren sehr überzeugend. Zwei Siege aus den letzten Saisonspielen würden also bereits reichen, um den Mannen von Jason Kidd die Eintrittskarte für die Postseason ausstellen zu können.

Bucks

Dementsprechend ist das Rotwild in einer sehr komfortablen Position. Mit New York und Philadelphia sind zwei Gegner aus dem Tabellenkeller dabei. Außerdem könnte die Playoff-Qualifikation auch gegen die direkten Kontrahenten klar gemacht werden. Da abgesehen von Jabari Parker alle wichtigen Spieler fit sind, sollten die Bucks sich durchsetzen können und in der ersten Runde auf den Drittplatzierten treffen. Das sind derzeit noch die Bulls, aber auch die Wizards und Raptors haben noch Chancen auf den Platz hinter Cleveland in der Setzliste.

Brooklyn Nets (36-41)

Pünktlich zum Saisonende kommen die Nets in Fahrt. Deron Williams erinnert den geneigten Fan regelmäßig daran, warum er vor gar nicht allzu langer Zeit als bester Point Guard hinter Chris Paul gehandelt wurde. Warum das1 diese Saison nur im April möglich war, ist natürlich eine Frage, die man sich stellen muss. Brook Lopez ist ein Monster in den letzten Wochen. 20 Punkte, 9 Rebounds, 1.8 Blocks pro Spiel bei 53 Prozent aus dem Feld. Das sind die Zahlen, die der Bruder von Robin seit dem All-Star Wochenende auf das Scoreboard zaubert. Er macht also im Prinzip genau das, was ein gesunder Brook Lopez eben so macht. Aber reicht das für die Postseason?

Nets

Das Restprogramm der Nets ist knackig. Aber die zwei Spiele Vorsprung vor dem neunten Platz, sowie das Heimspiel gegen die Magic sollten reichen, um Platz sieben zu sichern. Das Erstrundenmatchup gegen Cleveland und Uncle Drew ist gleichbedeutend mit dem traurigen Ende von Deron Williams Knöcheln. Oder um es mit den Worten eines großen, amerikanischen Philosophen zu sagen:

Boston Celtics (35-42)

Die Kelten spielen soliden Old School Basketball. Außer wenn Isaiah Thomas auf dem Feld steht. Dann spielen sie Hero Ball. Nichtsdestotrotz sind sie recht erfolgreich und haben von den letzten acht Spielen fünf gewinnen können. Wenn das so weitergeht, dann gibt es wieder Playoffbasketball in Boston. Allerdings warten schwierige Aufgaben auf die Celtics.

Celtics

Um eine Chance zu haben, den achten Platz zu behalten, MUSS Boston mindestens zwei der letzten fünf Spiele gewinnen. Vermutlich ist diese Aufgabe am ehesten gegen Detroit und Milwaukee lösbar. Da aber Milwaukee Wert auf den sechsten Platz legt und der Verlust von Jared Sullinger gegen die Bucks stark ins Gewicht fällt2, wird es nix mit den zwei Siegen. Damit wartet auf die Kelten der zehnte Platz.

Miami Heat (34-43)

Ob die Heat nun in die Playoffs kommen oder nicht, wird in Miami vermutlich kaum jemanden interessieren. Und Schuld daran ist der Blutklumpen in der Lunge von Chris Bosh. Es ist völlig klar, dass Miami ohne ihren besten Scorer und Rebounder weniger als keine Chance in der Postseason hat. Und da für Pat Riley nur die Ringe am Finger zählen, dürfte es weitgehend unerheblich sein, ob Miami nun Ende April noch mitspielt oder nicht. Auch wenn die Chancen gar nicht so schlecht sind.

Heat

Es ist definitiv möglich, drei der letzten fünf Spiele zu gewinnen. Wenn die Heat das schaffen, ist der achte Platz im Osten immer noch greifbar. Das Problem ist: Werden sie nicht. Die Hornets sind mit dem gesundeten Kemba Walker wieder ansatzweise so stark wie letztes Jahr. Wenn sie dafür sorgen, dass der so wichtige Hassan Whiteside genügend Fouls auf dem Konto hat, um defensiv keine große Rolle spielen zu können, wird es schwer für Miami. Und die beiden Siege gegen Orlando und Philly am Ende reichen nicht mehr, um das Ruder noch herumzureissen. Platz neun3 für die Hitze.

Indiana Pacers (34-43)

Das dark horse in diesem Schneckenrennen. Denn auch, wenn er nicht direkt mit aller Wucht ins kalte Wasser geworfen wird: Paul George is back! Damit sind die Pacers wieder genau das Team, dass vor seiner Verletzung als das beste im Osten gehandelt wurde. Natürlich war er lange raus, muss Rost abschütteln, wieder Sicherheit gewinnen und alle anderen Floskeln die Dir noch so einfallen. Aber willst Du mir garantieren, dass George nicht auf altem Niveau spielen kann, wenn die Pacers tatsächlich in die Playoffs kommen?

Pacers

Was also spricht gegen die Pacers? Das Restprogramm. OKC, Washington und die Grizzlies sind nicht zwingend die drei Teams, gegen die man die letzten drei Saisonspiele bestreiten will. Dafür sind die Knicks und Pistons aber definitiv schlagbar. Wenn Indiana es schafft, eines der beiden Heimspiele zu gewinnen, dann wartet der achte Platz. Und wer hätte vor der Verletzung von Paul George behauptet, dass die Pacers ein Heimspiel gegen die Wizards nicht gewinnen können? Exakt. Du nicht! Und noch etwas: Niemand will in der ersten Runde gegen diese Pacers spielen. Wirklich niemand.

Charlotte Hornets (33-43)

Auch die Hornissen freuen sich über die Rückkehr eines lange verletzten Leistungsträgers. Mit Kemba Walker an Bord gibt es wieder Hoffnung in Charlotte. Außerdem sind sie das einzige der sechs Teams, dass bis zum Saisonende noch sechs Spiele bestreiten darf. Ein Blick auf den Spielplan verrät aber, dass das kein Vorteil ist.

Hornets

Die beiden Gegner, die man als schlagbar bezeichnen kann, sind hier Miami und Detroit. Leider sind beides aber auch Auswärtsspiele. Mit dabei sind außerdem zwei back-to-backs, in denen zwischen den zwei Spielen nur 24 Stunden Zeit und den jeweiligen Austragungsorten etwa 2.000 Kilometer Landmasse liegen. Alles Dinge, die den Playoff-Träumen in North Carolina keinen Auftrieb geben können.

Die Tiebreakers

Wenn es aber im Schneckerennen zu einem Zeitraffer-Fotofinish kommt, wer hat dann die Fühler vorne? Oder um die Bildsprache außen vor und damit die Rennschnecke im Stall zu lassen: Wer konnte das direkten Duell in der regulären Saison für sich entscheiden? Bei gleicher Bilanz ist das die Frage, die gestellt wird, um die Platzierung des Teams letztendlich festzulegen. Aber auch hier könnte es kaum ausgeglichener sein:

BOSTON über Indiana und Milwaukee

MIAMI über Brooklyn und Boston

INDIANA über Charlotte und Miami

MILWAUKEE über Miami, Boston und Brooklyn

BROOKLYN über Indiana und Charlotte

CHARLOTTE über Milwaukee und Miami

Was passiert also, wenn am Ende Miami, Boston und Indiana mit der gleichen Bilanz auf dem achten Platz landen? Wie kann dann Boston über Indiana aber unter Miami landen, während Indiana über Miami und Miami über Boston stehen soll? Hat sich jemals jemand ein solches Szenario ausgemalt und eine Vorgehensweise festgelegt? Wird dieses Paradoxon möglicherweise einen Riss in der Raumzeit verursachen? Ist das der spannendste Aspekt im diesjährigen Schneckenderby der Eastern Conference?

Die Antwort auf diese und viele weitere spannenden Fragen erwarten Euch im Lauf der kommenden Woche! Wer nicht solange warten will nimmt mich schon heute beim Wort und weiss: Die Plätze 6, 7 und 8 gehen in dieser Reihenfolge an Milwaukee, Brooklyn und Indiana. Gern geschehen.

 

1Was „das“ ist? 22.8 Pts, 8.3 Ass, 4.5 Reb, 50.8 FG%, 65.2 3pt% bei 1.5 TOs und 33 Minuten in vier Spielen im April.

2Wenn Milwaukee defensiv einen Schwachpunkt hat, dann sind das vielseitige Vierer mit einem weichen Handgelenk. Auf dem Flügel und im Post wird den Bucks (Dank MCW, the Griech Viech und John Henson) keiner in Boston wirklich Angst machen. Sicher kann Olynyck auch werfen, aber eine 20 Punkte Serie ist von ihm nicht zu erwarten

3Aufgrund des Tiebreakers gegen Boston. Beide Teams landen bei 36 – 46.

The Rook-Overlook

Die Rookies, über die Niemand spricht

 

In meinen Ausführungen über den DPOY Award habe ich die starke Rookie Saison von Nerlens Noel thematisiert. Leider war in den Basketballmedien dieser Welt, wenn es um die Rookieklasse 2014/15 geht, immer nur die Rede von Wiggins, Parker, Embiid und Randle. Angesichts ihres Potenzials ist das partiell auch nachvollziehbar. Nun, da die anderen drei Protagonisten für den Rest der Saison verletzungsbedingt außen vor sind, geht es im Rookierennen nur noch um Andrew Wiggins und seine stetig wachsende Rolle im Spiel der Timberwolves. Keine Rede mehr von Jabari Parker, der zu Beginn der Saison wie der sichere RoY aussah. Kaum ein Wort über Nerlens. Zu wenig Aufmerksamkeit für die 59 Rooks, die nicht Wiggins heißen.

Trotzdem gibt es einige andere Jungspunde, die in ihrer ersten Saison im Basketball-Wunderland auf sich aufmerksam machen konnten. Ein paar davon möchte ich, sortiert nach ihrer Draft Reihenfolge, kurz hier in das, zugegebenermaßen recht kleine, Rampenlicht stellen. Der erste Kandidat wurde dabei schon 2011 gepickt. Wenn die Rockets damals gewusst hätten, was der Rest der Liga heute jeden Abend aufs Brot geschmiert bekommt, hätten sie ihn niemals gehen lassen!

Draft 2011, Pick 23: Nikola Mirotić

Freunden des europäischen Basketballs musste im Vorfeld niemand sagen, was dieser Mann aus Spanien kann.1 Als der 20-jährige Nikola 2011 von den Rockets gedraftet wurde, gab es noch keinen Bedarf für ihn in der NBA.2 Also ging er weiter seinen Weg in Europa. Zwei Meistertitel, zwei nationale Pokale, zwei Supercup-Siege. Dazu MVP der spanischen Pokals 2014, MVP der ACB 2012/13, All-Euroleague Second Team 2013 und 2014. Und all das ist tatsächlich nur ein Auszug dessen, was Mirotić in den drei Jahren nach der Draft bei Real Madrid erreicht hat.

Dass seine Rookiesaison allerdings direkt ein Erfolg wird, konnte so in der Form niemand vorhersehen. Denn der Frontcourt der Bullen ist mit Noah, Gibson und dem frisch verpflichteten Pau Gasol mit Talent gesegnet, wie kaum ein anderer Kader der NBA auf diesen Positionen. In den durchschnittlich 17 Minuten Spielzeit, die Niko bis zum All-Star Break auf dem Parkett stand, ließ sich schon vermuten, was nun offensichtlich ist: Mirotić hat das Potenzial zum Star! Durch die Verletzung von Taj Gibson ist er ein wichtiger und fester Bestandteil in der Rotation von Coach Thibs geworden. Und Niko dankt es mit beeindruckenden Zahlen: Im März legt er in 31 Minuten pro Spiel durchschnittlich 21 Punkte, 8 Rebounds und je anderthalb Assists und Blocks auf. Er ist die Blaupause des modernen Power Forwards: Sicher von außen, gutes Ballhandling und damit auch beim Drive sehr gefährlich, solider Rebounder, Passgeber und Verteidiger. Wie bei so vielen anderen Kandidaten fehlen ihm eigentlich nur zwei Dinge, um ebenfalls ein heißer Kandidat im Rookie of the Year Rennen zu sein: Hype und regelmäßige Spielzeit!

Draft 2011, Pick 31: Bojan Bogdanović

Auch Bogdanović wurde 2011 gedraftet. Also Bojan. Der Bogdanović, der dieses Jahr auf dem Draftboard stand, heißt Bogdan. Nicht Bojan. Bogdan Bogdanović spielt in der Türkei bei Fenerbahçe Ülker. Also bei dem Ex-Team von Bojan. Aber hier geht’s um den einen. Um Bojan, den kroatischen Flügelspieler von den Brooklyn Nets mit der Rückennummer 44.

Auch er konnte nach dem All-Star Wochenende nochmal zulegen. Vor allem in Sachen Effizienz sehen seine Zahlen wie die eines Elite-Spielers aus: 51 Prozent aus dem Feld und 43 Prozent von draußen im Monat März machen ihn zu einer gefährlichen Waffe im System von Lionel Hollins. Leider sind die Nets aber in hohem Maß vom Wurf ihres Rooks abgängig. Bei den Siegen seines Teams trifft Bojan seine Würfe (49 FG%) hochprozentig. Bei Niederlagen (39 FG%) eben nicht. So oder so ist er einer der wenigen Lichtblicke in einem Kader, in dem sonst fast jeder Leistungsträger mehr verdient, als er verdient hat.

Draft 2014, Pick 5 & 23: Dante Exum, Rodney Hood

Ihre Statistiken sind der Grund dafür, dass diese Namen hier auftauchen. Und zwar gerade deswegen, weil sie nicht herausragend gut sind.

Die Utah Jazz arbeiten sich langsam aber sicher aus dem Keller der Western Conference heraus. Bis zu dem Spiel gegen die Warriors am Samstag, dass mit 91 : 106 verloren ging, gewannen sie zwölf ihrer 15 Partien seit dem All-Star Break. Darunter waren Siege gegen Memphis, Houston, San Antonio, Portland oder Milwaukee. Besonders beeindruckend ist, dass sie ihren Gegnern in diesen 15 Spielen durchschnittlich nur 82 Punkte pro Spiel erlaubten. Eine große Rolle3 spielen neben der gestiegenen Spielzeit für den Stifle Tower auch Exum und Hood.

Die Jazz sind ein „work in progress“. Die Namen Hayward, Favors, Kanter, Gobert, Booker, Hood, Burks, Exum und Burke sind in den unterschiedlichsten Variationen schon von Coach Snyder als Erste 5 aufs Feld geschickt worden. Aber erst seitdem Rudy Gobert als Center und die beiden Rookies auf den Guard Positionen starten, läuft es rund für Utah. Besonders Rodney Hood, der als Starter im Schnitt 11 Punkte bei einer Dreierquote von 42 Prozent erzielt, scheint die Beförderung Aufwind zu geben. Grund genug für mich, die beiden hier aufzuführen, auch wenn ihre Statistiken nicht unbedingt danach schreien.

Draft 2014, Pick 6: Marcus Smart

Die Kelten sind ein Phänomen. Sie traden mit Rajon Rondo und Jeff Green ihre zwei besten Spieler und werden in Folge besser. Ein gutes Zeichen dafür, dass auch in dieser Liga, in der es nur um Stars zu gehen scheint, Basketball immer noch ein Teamsport ist. Und Marcus Smart ist ein wichtiger Mann in der Mannschaft von Brad Stevens.

Zugegeben. Seine Wurfquoten sind so wackelig, wie man es von einem Rookie erwartet. Im Januar verwandelte er noch 42 Prozent seiner Dreier, nur um einen Monat später auf desaströse 27 Prozent zu fallen. Aber er gibt dem Team einen weiteren mehr als soliden Verteidiger auf den kleinen Positionen, ein bisschen Playmaking, ein bisschen Rebounding…aber vor allem gibt er etwas, was Rondo in den letzten Jahren immer seltener zeigen wollte: Vollen Einsatz. Und so hilft er dabei, Boston im Kampf um die letzten Playoffplätze im Osten zu halten.

Draft 2014, Pick 10: Elfrid Payton

Payton hat eine gravierende Schwäche. Sie ist seit langem bekannt und wird immer wieder gerne angesprochen. Sein Wurf fällt nicht. Von nirgendwo. Nicht von draußen, nicht aus der Mitteldistanz, nicht in der Zone und nicht von der Freiwurflinie. Nur direkt unter dem Korb erzielt Elfrid eine Quote, mit der man bei einem Aufbau leben kann.4 Viel wichtiger ist den Verantwortlichen aber, dass er mittlerweile zeigt, was ihn als Spieler auszeichnet. Seit dem All-Star Weekend liefert „Baby Glove“ 11 Punkte, 8 Assists, 1,8 Steals und knapp 6 Rebounds in 34 Minuten pro Spiel! Geradezu nebenbei und weitgehend unreflektiert von den Medien wurde er der erste Spieler in der Geschichte der Orlando Magic, der in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ein Triple-Double aufgelegt hat! Um in diese Sphären aufzusteigen, hat Sportkamerad Rajon Rondo drei Jahre in der Liga gebraucht! Und mit dessen Spiel wird der junge Guard aus Louisiana schließlich meistens verglichen. Sollte er diese Leistung konservieren und in Zukunft auch über eine ganze Saison hinweg konstant abrufen können, limitiert ihn nur der Himmel. Und sein Wurf.

Draft 2014, Pick 13: Zach LaVine

Auch LaVine geht durch eine typische Rookiesaison. Im Dezember verteilt er als Rubio-Ersatz ordentliche 5 Assists pro Spiel. Im Januar trifft er solide 45 Prozent aus dem Feld. Im März liefert er 12 Punkte pro Spiel bei einer Dreierquote von 51 Prozent. Leider sind das aber die positiven Ausrutscher einer ansonsten nicht so berauschenden Spielzeit.

Welches athletische Potenzial LaVine hat, ist offensichtlich. Die, die ihn am College im Trikot von UCLA nicht gesehen haben, wissen das spätestens seit dem Slam Dunk Contest. Das jüngste Experiment von Coach Flip Saunders, ihn nicht als Aufbau sondern als Flügel spielen zu lassen, funktioniert bisher sehr gut. Er scheint sich als Off-Guard neben Ricky Rubio deutlich wohler zu fühlen, als wenn er selbst das Spiel machen muss. Zumindest legen die angesprochenen Traumquoten diesen Gedanken nahe.

Egal wie er in Zukunft eingesetzt wird: Sein großes Potenzial hat er bereits unter Beweis gestellt. Ob ihm das die Karriere einbringt, die ihm viele Fachleute prophezeien, bleibt allerdings abzuwarten.

Draft 2014, Pick 16: Jusuf Nurkić

Jusuf Nurkić ist ein Vieh von einem Mann und schon mit 20 Jahren den meisten seiner Kontrahenten physisch überlegen. Und das ist etwas, was man über europäische Big Men in dem Alter eigentlich nie behaupten kann. Er verteilt 127 Kilogramm Körpergewicht auf stattliche 211 Zentimeter. Hochgerechnet auf 36 Minuten Spielzeit erzielt Jusuf 14 Punkte, knapp 13 Rebounds, 2,5 Blocks und 1,7 Steals pro Spiel. Er ist meist nur durch Fouls zu stoppen – und zwar seine eigenen. Denn die 6,6 Fouls in dieser statistischen Auswertung halten ihn davon ab, auch wirklich mal 36 Minuten auf dem Court zu stehen.

Seit dem Trade von JaVale McGee wird Nurkić weiter genug Chancen bekommen, sich zu beweisen, Erfahrung zu sammeln und zu lernen. Eine Liste der talentiertesten Fünfer der Liga unter 25 ist ohne seinen Namen jedenfalls jetzt schon nicht komplett.5 Was die körperliche Dominanz am Brett angeht, sind aus dieser Liste nur Cousins und Drummond in seiner Nachbarschaft zu Hause. Und das bei einem 20-jährigen Bosnier. Verrückt.

Draft 2014, Pick 46: Jordan Clarkson

Hand aufs Herz. Wie lange ist es her, dass du ein Spiel der LA Lakers in voller Länge gesehen hast? Finalserie 2010 gegen die Celtics? Oder 2012/13 während der kurzen Dwight Howard Ära? Das Comeback von Kobe nach dem Achillessehnenriss? So oder so: Spätestens seitdem Kobes Arm in einer Schlaufe hängt hast Du kein Spiel der Lakers mehr gesehen, oder? Warum auch. Lin und Boozer locken keinen Fan (mehr) des Nachts an den Bildschirm.

Dabei geht dann eben völlig unter, dass Jordan Clarkson eine sehr starke Rookiesaison spielt. Der Zweitrundenpick, der seine College Karriere in Tulsa und Missouri verbracht hat, bringt das volle Paket aufs Parkett: Nachdem er zu Beginn der Saison kaum Chancen bekam sich zu beweisen, stehen seit dem All-Star Wochenende beeindruckende 14,6 Punkte, 4,4 Rebounds und 4,7 Assists pro Spiel hinter seinem Namen auf dem Statistikbogen.

Das macht die Lakers nicht zu einem Team, dass man gerne sehen möchte, liefert der am Boden liegenden Franchise aber zumindest einen positiven Aspekt in einer ansonsten so trostlosen Saison.

Honorable Mentions: KJ McDaniels, Tarik Black und Langston Gallaway.

1Jap, Mirotic hat einen spanischen Pass. Er wechselte im Alter von 15 Jahren aus der montenegrinischen Heimat zu Real Madrid. Seit er 2010 die spanische Staatsbürgerschaft bekam, hat er mit der iberischen U-20 Auswahl einige Allerwerteste aufgerissen und im Zuge dessen eine Bronze-, eine Gold-Medaille sowie einen MVP Award bei zwei Europameisterschaften abgeräumt. Spanien geht die Entwicklung zur europäischen Basketball-Supermacht also konsequent weiter!

2Die Rechte an ihm wurden noch am gleichen Abend nach Chicago verschifft. Ja, die Dreier- und Drive-Rockets haben Mirotic freiwillig abgegeben. Ursprünglich gingen Nikola und der Pick 38 (Chandler Parsons) sowie Brad Miller nach Minnesota. Retour gab es dafür Jonny Flynn und Donatas Motiejunas. Nix gegen die beiden, aber dieser Deal ist in der Retrospektive eine mittelschwere Katastrophe. Der Pick Nummer 38 wurde dann für Cash wieder zurückgeholt. Das nennt man Schadensbegrenzung.

3Im wahrsten Sinn groß: Exum und Hood sind mit 1,98m und 2,01m ein extrem großes Backcourt-Pärchen. Als kleiner Guard über sie hinwegzuwerfen ist dementsprechend keine einfache Aufgabe.

4151 von 304 Versuchen (49,7 Prozent) in der „Restricted Area“ fanden ihr Ziel.

5Cousins, Drummond, Gobert, Valančiunas, Vućević, Nurkić und mit etwas wohlwollen auch der erst 22-jährige Enes Kanter.

Titelbild: By Keith Allison from Hanover, MD, USA (Jabari Parker) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Defensive Player of the Year

Wer hat es wirklich verdient?

Seit seiner Ankunft in LA im Juni 2013 kurbelt Doc Rivers wie ein Drehorgelspieler an der Werbetrommel für DeAndre Jordan. Wer nicht seiner Meinung ist, kann nur blind, wahnsinnig oder ahnungslos sein. Schon an seinem ersten Tag bei den Clips diktierte der Doctor auf der Pressekonferenz in die Mikrofone, was er bis heute ständig wiederholt: DeAndre Jordan wird dieses Jahr der Defensive Player of the Year.

All das war ursprünglich ein sehr kluger Schachzug des Coaches, um das Maximum aus einem talentierten Spieler herauszuholen. Denn bis dahin gab DeAndre niemandem einen konkreten Grund, ihn für irgendeinen Award vorzuschlagen. In der Saison 2012/13 legte er in, durch Foulprobleme dezimierten, 25 Spielminuten durchschnittlich 8 Punkte, 7 Rebounds und anderthalb Blocks pro Spiel auf. Bis heute hat sich Jordan in jederlei Hinsicht gesteigert und liefert in diesem Jahr 11 Punkte, knapp 15 Rebounds und 2,2 Blocks pro Spiel. Er ist zu Recht einer der Kandidaten für den Award und durch die gute PR-Arbeit seines Headcoaches derzeit auch Mitfavorit. Aber ist er wirklich der beste Verteidiger der NBA? Und wer sind seine Konkurrenten im Kampf um diesen Titel?

Team Defense

An sich ist es ganz einfach: Wenn Dein Team offen wie ein Scheunentor ist, kannst Du nicht der beste Verteidiger der NBA sein. Und das Defensive Rating (Wie viele Punkte macht der Gegner pro 100 Angriffe?) spricht nicht für die Clippers. Die erlaubten 103,5 Punkte in dieser Kategorie bedeuten Platz 17 ligaweit. Die Teams der anderen Eliteverteidiger Draymond Green, Marc Gasol, Tim Duncan und Rudy Gobert landen allesamt vor den Clippers. Auch bei der gegnerischen Quote direkt am Ring, also dort, wo sich Jordan aus beruflichen Gründen meistens aufhält, schneiden die Clips unterdurchschnittlich ab. Diese Kategorie spricht also gegen DeAndre als DPOY.

Rebounds

Jordan ist tatsächlich einer der Besten am Brett. Seine 14,7 Rebounds pro Spiel sind mit Abstand ein ligaweiter Bestwert. In den letzten 20 Jahren haben nur drei Spieler einen solchen Wert erreicht: Kevin Love, Ben Wallace und natürlich Dennis Rodman. Hochgerechnet auf 36 Minuten pro Spiel sind lediglich Whiteside (16,1) und Drummond (16,0) in einer Liga mit Jordan (15,4), der im Gegensatz zu den anderen beiden aber weniger Fouls kassiert. Stark am Glas zu sein ist zweifellos wichtig für eine Defense und gibt dem eigenen Team einen großen Vorteil. In der Berufsbeschreibung eines defensiven Centers steht aber mehr als nur der Satz „Sammeln Sie alle Abpraller ein“. Bringt Jordan das komplette Paket?

Blocks und Steals

Die offensichtliche und spektakulärste Form der Verteidigung ist natürlich, dem Gegenspieler den Ball persönlich abzunehmen oder seinen Wurf zu blocken. Hier lässt sich die Effektivität auch ganz einfach über die Statistiken ablesen. Bei den Blocks muss sich Jordan nur drei Spielern ligaweit geschlagen geben. Diese sind aber mit Anthony Davis, Serge Ibaka und Rudy Gobert direkte Konkurrenz um den Award. Auch die anderen potenziellen DPOY sind in der Nachbarschaft von DeAndre zu Hause. Für das Thema Steals gilt Ähnliches. Auch hier ist der Center der Clippers mit einem geklauten Ball pro Spiel für einen Center gut dabei. Ganz vorne sind hier von seinen Konkurrenten andere, kleinere Spieler wie Tony Allen (2,2 SPG), Draymond Green (1,6 SPG) oder auch Anthony Davis (1,4SPG). Ich bin aber, wie im ersten Satz vielleicht schon subtil angeklungen ist, überhaupt kein Freund dieser Zahlen. Ein Block kommt meistens von der Weakside zustande und sagt nichts darüber, wie gut ich als On-Ball-Verteidiger bin. Im Prinzip spiegelt nur ein Wert wider, wie gut ich meinen Mann verteidige. Nämlich dessen Feldwurfquote!

Advanced Stats

Im Folgenden möchte ich deswegen, auch wenn dieses Thema aufgrund der Komplexität oft abschreckt, die Advanced Stats bemühen. Sie schlüsseln viel präziser den Einfluss eines einzelnen Spielers auf das Spiel auf. Dabei geht es mir einzig und allein um eine Sache: Wie gut verteidigt der Spieler seinen Gegenspieler? Keine Steals, keine Blocks, keine Rebounds. Nur den Einfluss der Verteidiger auf die Feldwurfquoten des Gegenspielers. Eine kurze Erklärung der Kategorien und was sie bedeuten:

DFG% - Defended Field Goal Percentage: Mit welcher Quote trifft der Gegenspieler, wenn er von diesem jungen Mann verteidigt wird?
Diff% - Wie groß ist die Differenz zwischen der normalen Feldwurfquote des Gegenspielers und der Quote die er erzielt, wenn er von diesem Verteidiger gedeckt wird?
Rim% - Wie hoch ist die Quote des Gegenspielers, wenn er gegen diesen Verteidiger am Ring abschließt?
6Ft% - Wie hoch ist die Quote des Gegenspielers, wenn er gegen diesen Verteidiger in weniger als 6 Fuß Entfernung zum Ring abschließt im Gegensatz zu seiner „normalen“ Quote?
10Ft% - Wie hoch ist die Quote des Gegenspielers, wenn er gegen diesen Verteidiger in weniger als 10 Fuß Entfernung zum Ring abschließt im Gegensatz zu seiner „normalen“ Quote?
15Ft% - Wie hoch ist die Quote des Gegenspielers, wenn er gegen diesen Verteidiger aus mehr als 15 Fuß Entfernung zum Ring abschließt im Gegensatz zu seiner „normalen“ Quote?

Die letzten drei Werte zeigen immer die Differenz zu allen anderen Verteidigern der Liga auf. Beispiel: Ein Spieler versenkt im Durchschnitt 60 Prozent seiner Würfe aus weniger als 6 Fuß Entfernung. Wenn ich ihn verteidige, trifft er aber nur 50 Prozent. Das ergibt einen Wert von Minus 10 Prozent und die Erkenntnis, dass ich im Lowpost ein erbarmungsloser Lockdown Defender bin! Get that weak shit outta here! Es gilt also: Je niedriger der Wert, desto besser die Defense.

Disclaimer

Bevor wir an die Auswertung gehen, ein paar generelle Dinge zu diesen Zahlen. Wichtig ist bei jedem Spieler individuell zu betrachten, welche Defensivrolle ihm zukommt. So kommt Kyle Korver beispielsweise auf einen Differenzwert von -1,1 Prozent. Er ist sicher ein besserer Verteidiger, als viele Leute wahrhaben wollen, bekommt aber meist den offensiv schwächeren Flügelspieler des Gegners zugeteilt. Seine Aufgabe ist damit zwar nicht so schwierig wie die von Carroll, Sefolosha oder Bazemore, außerdem profitiert er von der guten Team-Defense der Hawks. Trotzdem ist es immernoch ein Relativwert. Kyle Korvers Gegenspieler, wer auch immer das jeweils ist, hat es sonst meistens mit schlechteren Verteidigern zu tun!

Ich habe, bis auf ein paar Ausnahmen, deshalb wirklich nur die Eliteverteidiger der jeweiligen Teams in die Auswertung einbezogen. Die Frage, warum Leute wie Westbrook, Conley, Courtney Lee, Avery Bradley, John Wall, Faried, Jimmy Butler oder Patrick Beverly in diesen Tabellen fehlen, ist leicht zu beantworten. Sie sind nicht gut genug. Ihr Differenzwert liegt über -1% und damit im oder unter dem Durchschnitt der Liga. Außerdem nicht mit in die Auswahl gekommen sind Langzeitverletzte und Rollenspieler mit weniger als 25 Minuten Einsatzzeit pro Spiel.

So. Das wäre alles. Zur Sache, Schätzchen.

Denn dies ist dann der Punkt, an dem ich die Diskussion um DeAndre Jordan als DPOY offiziell beende. Ja. Er ist ein außergewöhnlicher Rebounder, guter Shotblocker und Helpside Defender sowie der Anker einer insgesamt durchschnittlichen Defense. Und das war es dann auch! Damit können wir uns dann endlich um die Spieler kümmern, für die zwar keiner Werbung macht, die es aber mehr als verdient hätten, endlich die Trophäe zu bekommen!

Bigs

Bogut, Hibbert, Gobert, Allen

Die ganze Liga weiss, wie gut diese vier Jungs sind. Trotzdem tauchen sie in den Diskussionen um den Defensiv-Award jedes Jahr nur sehr sporadisch auf. Der Aussie von Golden State hatte zugegebenermaßen dieses Jahr (mal wieder) mit Verletzungen zu kämpfen und spielte entsprechend wenig. Auch erfüllt er eigentlich nicht die von mir geforderten Voraussetzungen, da er in der Rotation von Coach Kerr im Schnitt nur für 23,6 Minuten pro Spiel aufs Parkett darf. Trotzdem verteidigt NIEMAND in der Liga besser den eigenen Korb als Andrew Bogut – und das in einem Radius von 10 Fuß um das runde Tor! Lediglich direkt am Ring erzwingt der „Stifle Tower“ Rudy Gobert mit 39,2 Prozent eine schlechtere Quote. Er hat sich innerhalb von anderthalb Jahren zu einem Verteidiger erster Güteklasse entwickelt. Leider sind beide bei der Vergabe des Awards voraussichtlich außen vor, da sie zu wenig gespielt haben. Bogut war zu lange verletzt und Rudy darf erst so richtig zeigen was er kann, seitdem Enes Kanter nach Oklahoma gezogen ist. Roy Hibbert bringt die gleichen Stärken mit wie Bogut, kann aber, wie auch Gobert, den Mid-Range und Dreier Bereich ebenfalls gut verteidigen. Kein Center ist hier so gut wie Roy! Die Krone trägt allerdings der Verteidigungsminister von Tennessee. Und sie steht ihm sehr gut! Tony Allen hält seine Gegenspieler im Durchschnitt bei einer Quote von 36,1 Prozent aus dem Feld. Und Crazy Glue bekommt jedes Spiel die defensiven Sonderaufgaben zugeteilt. Kein Guard in der Liga bringt auch nur ansatzweise eine Verteidigungsleistung aufs Feld, die mit der von Allen vergleichbar wäre!

GuardsNWings

Die Contender

Nun lesen nicht alle Trainer und Basketball-Journalisten1 diesen Blog oder haben zumindest diese Zahlen vor Augen. Sonst wäre die Diskussion spätestens hier wohl beendet. Trotzdem gucken wir uns die Werte der sechs Favoriten auf den Award nochmal genauer an. In den fünf Kategorien haben wir drei verschiedene Gewinner: Green erzielt den Bestwert bei der DFG-Differenz, die Braue verteidigt den Perimeter am besten und Sergio Ibaka führt die Gruppe unter den restlichen Aspekten an. Und noch mehr als das: Mit einer Ausnahme (Timmy D verteidigt den Post besser als Davis) machen die drei genannten in jeder Kategorie die Top-Plätze unter sich aus! DJ ist in ausnahmslos allen Bereichen das Schlusslicht.2

Contender

The winner is

Zieht man alle Zahlen in Betracht, dann muss einer der drei Jungs dieses Jahr den Titel abstauben. Die konventionellen Statistiken sprechen für Anthony Davis, die erweiterten Zahlen für Sergio3, der beste Verteidiger im besten Team ist Draymond Green. Wer von den drei Wachhunden hat es aber am meisten verdient?

Hier lässt sich natürlich wieder hervorragend streiten. Aber mein Pick ist ganz klar Draymond Green! Er macht, was euphorische Kommentatoren gerne von guten Verteidigern behaupten, tatsächlich. Er kann ALLE Positionen verteidigen. Und zwar sehr gut. Folgenden Sachverhalt hat ESPN Analyst Tom Haberstroh Ende Januar verblüfft aus dem Zahlenwald entführen können: „According to SportVU data provided to ESPN Insider, Green has defended 38 drives by point guards this season, and those 38 drives have resulted in a measly 15 points, for an average of 0.39 points per drive. The league average on points per drive: 0.63. Also: Among the 18 players who have defended at least 75 post-ups, no one has held their opponent to a lower payoff than Green (0.68 points per post-up).“ Nichts von dem muss weiter kommentiert werden.
Empfehlung: Der Basketball Breakdown Kanal auf Youtube.

P.S.: Fun Facts

Dies sind die Namen von Spielern, die Du immer für gute Verteidiger gehalten hast, mitsamt ihres DFG Differenzwertes. Rajon Rondo (2,6%), Trevor Ariza (3,1%), Victor Oladipo (5%). Manchmal sind NBA-Spieler wie eine Supernova. Der Stern ist lange explodiert, aber das Licht ist immernoch zu Dir unterwegs.

Big Men, die ihre direkten Gegenspieler besser verteidigen als DeAndre Jordan, tragen übrigens folgende, mitunter klangvolle Namen: Amar’e Stoudemire (-2,4%), LaMarcus Aldridge (-1,7%), Pau Gasol (-1,0%) und … Trommelwirbel … sogar Jordans Kollege Blake Griffin (-0,5%)4! Dabei sind die vier gar nicht unbedingt bekannt für ihre Defense. Insbesondere bei Aldridge und Pau überstrahlt ihr offensives Spiel scheinbar die solide Verteidigungsleistung. Manchmal sind NBA-Spieler wie ein Planet, der vor einem Stern vorbeizieht. Sehen kann man ihn nicht, berechnen aber schon.

Und wo wir bei hell leuchtenden Sternen sind. Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass sich ein junger Mann namens Nerlens Noel in die Auswertung geschlichen hat. Das hat einen guten Grund. Die ansonsten so grauenhaften Sixers gehören in einigen defensiven Kategorien zum oberen Drittel der Liga. Schon als Rook ist Nerlens ein sehr guter Post-Defender. Der tatsächliche Grund, warum er auftaucht, ist aber eine Statistik, der ich zuvor noch die Kredibilität entzogen habe. Im Schnitt klaut er in dieser Saison 1,8 und blockt 1,9 Spielgeräte. Top 10 ligaweit in beiden Kategorien. Hochgerechnet auf 36 Minuten sind es 2,1 und 2,2. Seit dem All-Star-Break liest sich seine Statline wie folgt: 11,5 Punkte, 10,5 Rebounds, 2,8 Blocks und 2,8 Steals. Der letzte Rookie, der in einer Saison je 1,8 Steals und Blocks aufgelegt hat war der große…oh. Moment. Scheiße, tatsächlich!

Niemand. Kein Spieler hat das jemals in seiner ersten Saison geschafft. David Robinson kam 89/90 auf 1,7 Steals und mächtige 3,9 Blocks. Der war zu dem Zeitpunkt mit 24 Jahren aber schon ein ausgewachsener Admiral.

Rookie of the Year wird meist der spektakuläre Scorer. Deshalb geht die Krone dieses Jahr wohl auch nach Minnesota. Die nackten Zahlen5 sprechen allerdings für Noel. Für einen schlechten Witz über teils unbekleidete und sprechende Zahlen verweise ich auf Fußnote fünf.

1Die nämlich wählen die Award-Gewinner.

2Eeeh, what’s up doc?!

3Hör jetzt auf! Natürlich heisst der Dude Sergio. Er ist Spanier!

4Aus Gründen der Fairness muss man aber anmerken, dass hier die Kyle-Korver-Regel greift. Alle drei Spieler haben einen Frontcourtpartner, der für sie die Drecksarbeit erledigt und den offensiv besseren Postspieler des Gegners verteidigt.

5Was sagt die Null zur Acht?

Schicker Gürtel!

Titelfoto: By Erik Drost (Flickr: Kyrie Irving) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons